Rundgang durch Gellep-Stratum
Rundgang durch Gellep-Stratum
Wer durch Gellep-Stratum spaziert, bewegt sich auf einem Boden, der vor fast 2.000 Jahren Geschichte schrieb. Sicher belegt ist durch den römischen Geschichtsschreiber Tacitus, dass Gelduba am Niederrhein bereits in den Jahren 69 und 70 n. Chr. – zur Zeit des sogenannten Bataveraufstands – eine Rolle spielte.
Im späten 1. Jahrhundert n. Chr. errichteten die Römer bei einem ubischen Dorf das Kastell Gelduba, das kaiserliche Truppen mindestens bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts nutzten. In ihm war eine Reitereinheit stationiert. Die Kern- und Pufferzone des UNESCO-Welterbes umfassen neben dem Kastell auch Teile eines Marschlagers und eines Schlachtfeldes aus der Zeit des Bataveraufstandes.
Besonders bemerkenswert ist das Gräberfeld: Das durch Albert Steeger 1936 bei Gellep entdeckte Gräberfeld gilt als das größte römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen, das über die Spätantike kontinuierlich bis in fränkische Zeit weiter benutzt wurde – inzwischen wurden über 6.300 Bestattungen ausgegraben und veröffentlicht.
Seit 2021 ist das römische Kastell Gelduba im heutigen Gellep-Stratum offiziell Teil des UNESCO-Welterbes „Niedergermanischer Limes“. Krefeld gehört damit zu einer der bedeutendsten archäologischen Landschaften Europas.
Frau Marianne Jagusch, die Geschäftsführerin des Bürgervereins Gellep-Stratum, führt Sie durch diesen außergewöhnlichen Stadtteil und erschließt die Schichten seiner langen Geschichte – von den Spuren der römischen Garnison bis zu dem, was davon heute noch im Stadtbild und Boden erhalten ist.
Treffpunkt ist an der Kirche St. Andreas.