Freilegung des alten Kirchengrundrisses

Während des Tags des Offenen Denkmals 2009 wurde die Idee geboren, den Grundriss der romanischen Vorgängerkirche von St. Stephanus archäologisch nachzuweisen und im Gelände dauerhaft sichtbar zu machen. Nachdem die Pfarre St. Stephanus und später die Pfarrei Hildegundis von Meer einverstanden erklärte, wurde in Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalbehörde der Stadt Meerbusch ein Fachunternehmen mit den Grabungen beauftragt. Nach Erteilung der Grabungserlaubnis durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss wurden die Grabungen im Zeitraum vom 28.09. bis 03.11.2010 durchgeführt. 

Die unter der Leitung des Archäologen Dr. Hans-Peter Schletter gesammelten Ergebnisse erbrachten eine Sensation: Innerhalb der Umrisse der romanischen Kirche wurden die Fundamente einer noch älteren Saalkirche entdeckt, wahrscheinlich aus karolingischer Zeit aus dem 8. bis 10. Jahrhundert. 

Am 13.09.2014 wurde schließlich der teilneugestaltete Kirchplatz eingesegnet, auf dem nun die Fundamente der Vorgängerkirche in künstlerischer Weise dargestellt sind.

In der Mitte des romanischen Chores wurden bei den Grabungen zwei Priestergräber entdeckt. Mit hoher Sicherheit handelt es sich zum einen um das Grab des ehemaligen Pfarrers Wilhelm Jacobs (1720-1798) .  

Siegelring Pastor Jacobs
Siegelring Pastor Jacobs

Das andere Grab gehört höchstwahrscheinlich seinem unmittelbaren Vorgänger Franz Wilhelm Mettman (1721-1754).

Daten zum Projekt:

Portrait Franz-Josef Jürgens
Franz-Josef Jürgens
Für Rückfragen und Anregungen zu diesem Projekt stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Der Kirchengrundriss

Gemäß den Erkenntnissen von Dr. Hans-Peter Schletter war der Kirchenbau des späten 12. Jahrhunderts eine kleine dreischiffige Basilika von etwa 30 m Länge und 14 m Breite mit halbrunden Chorabschluss und vorgestelltem Mittelturm. Die Kirche entsprach also weitgehend dem Flurplan von 1830/31. Innerhalb des vermeintlich romanischen Chores wurden die Fundamente einer älteren Kirche entdeckt. Diese Kirche war eine einfache Saalkirche ohne abgesetzten Chor mit einer Breite von 5,5 m. Die Länge dieser Kirche wurde 2010 auf mindestens 9 m veranschlagt. Die Datierung dieses Kirchenbaus wurde auf die Zeit zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert eingegrenzt. Weiterhin konnten an der romanischen Basilika verschiedene Umbauphasen dokumentiert werden, die teilweise mit historischen Nachrichten aus den 17. Jahrhundert datiert werden konnten.

So finden Sie die alten Kirchengrundriss

Kirchengrundriss - St. Stephanus in Lank
St. Stephanus in Lank
der alte Kirchengrundriss im Vordergrund.
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