Am 15.10.2026 fand die fünfte Veranstaltung des Forums für Orts- und Regionalgeschichte in diesem Jahr statt. Zu Gast in der Teloy-Mühle war das Meerbuscher Stadtarchiv mit Sandra Wilting, Michael Regenbrecht und Thomas Twickler. Michael Regenbrecht leitet das Stadtarchiv seit dem Jahr 2000. Ende des Jahres übergibt er an seinen Nachfolger Thomas Twickler.
Die „Gründung Meerbusch“ 1970
In seinem Vortrag „Gründung Meerbusch: 51 Jahre kommunale Neugliederung“ zeichnete Regenbrecht nach, wie Meerbusch entstand. Die Stadt ist ein Kind der Verwaltungsreform der 1960er-Jahre. Viele kleine Gemeinden konnten die wachsenden Aufgaben damals nicht mehr allein bewältigen. Büderich, Osterath und das Amt Lank mit seinen sechs Gemeinden schlossen sich deshalb freiwillig zusammen, obwohl es anfangs auf allen Seiten Vorbehalte gab. Der Zusammenschluss schützte zugleich vor der Eingemeindung in die Großstädte. Statt des vom Land vorgesehenen Namens „Rheinaue“ setzten die Gemeinden den Namen „Meerbusch“ durch. Am 01.01.1970 wurde die neue Stadt mit knapp 49.000 Einwohnern gegründet. Ihr Leitgedanke „Einheit in der Vielfalt“ gilt bis heute.
94 zu 92: Die Entscheidung im Landtag
Nur wenige Jahre später stand die junge Stadt wieder vor dem Aus. Düsseldorf und Krefeld forderten die Eingemeindung, und 1974 beschloss der Landtag die Aufteilung von Meerbusch. Rat, Verwaltung und das Bürgerkomitee „Ja zu Meerbusch“ wehrten sich mit Plakaten, Kundgebungen und Briefen an die Abgeordneten. Mit Erfolg: Am 13.09.1975 erklärte der Verfassungsgerichtshof in Münster das Gesetz für nichtig, soweit es Meerbusch betraf. Das Land legte daraufhin einen neuen Gesetzentwurf vor. Über 40 Vereine stellten sich mit einer Resolution hinter ihre Stadt, und mehr als 14.000 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben. Die Entscheidung fiel am 20.05.1976 im Landtag per Hammelsprung: 94 Abgeordnete stimmten für den Erhalt der Stadt, 92 dagegen.
Regenbrecht zog eine klare Bilanz. Dass Meerbusch die Existenzkrise überstand, verdankt die Stadt dem Zusammenhalt ihrer Politik, dem außergewöhnlichen Einsatz ihrer Bürgerinnen und Bürger und der Unterstützung der Kreise Grevenbroich und Neuss.
Zum Abschluss dankte der Heimatkreis Lank Michael Regenbrecht für 26 Jahre im Dienst der Stadt. Er erhielt eine der Bronzeplaketten, mit denen einst der Lanker Marktbrunnen finanziert wurde. Auch Thomas Twickler bekam zum Einstand eine Plakette.
weiterführende Informationen "Gründung Meerbusch"
Der vollständige Vortrag "Gründung Meerbusch"
Den vollständigen Vortrag gibt es in unserer Mediathek und auf unserem YouTube Kanal.
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